Über diese Datenbank

In dieser Datenbank sind die bibliographischen Metadaten von insgesamt 303 Artikeln gesammelt, die dem Aristokratismusdiskurs der Jahre zwischen 1890 und 1945 zugerechnet werden können. Das Korpus bilden 13 Zeitschriften, die im Rahmen des DFG-Projektes „Aristokratismus. Historische und literarische Semantik von ‚Adel’ zwischen Kulturkritik der Jahrhundertwende und Nationalsozialismus (1890-1945)“ an der Universität Marburg zwischen 2013 und 2016 untersucht und ausgewertet wurden. Es handelt sich um Zeitschriften mit unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Orientierung aus dem deutschsprachigen Raum.

Auswahlkriterien für die Aufnahme der Artikel sind ein zeitgenössischer, meist kulturkritischer Bezug sowie das Auftauchen von Adelssemantiken, also das gesamte Wortfeld ‚Adel᾿ und ‚Aristokratie᾿, einschließlich assoziierter Konzepte und kultureller Kontiguitäten. Über ein engeres Verständnis von Adel als sozialer Formation (im Sinne eines „Geburtsadels“) hinaus wird Adel entsprechend als kulturelles Konzept verstanden, das von den Diskursakteuren jeweils unterschiedlich gefüllt wurde.

Als Orientierungshilfe sind jedem aufgeführten Artikel Schlag- und Stichworte zugeordnet, sowie ein längeres Zitat, durch das sich der Artikel im Aristokratismusdiskurs verorten lässt. Die Verschlagwortung spiegelt diskurstypische Themensetzungen und Deutungsmuster. Die Daten lassen sich anhand der Schlagwortliste erschließen oder können als Volltext durchsucht werden. Eine Präzisierung der Suchergebnisse nach Autoren und Zeitschriften ist ebenfalls möglich.

Über das Projekt

‚Adel’ und ‚Aristokratie’ sind nicht nur sozialgeschichtlich wirksame Begriffe, die allein auf historisch je herausgehobene soziale Gruppierungen zu beziehen sind. Zum 20. Jahrhundert hin, als die Bedeutung des historischen Geburtsadels im deutschsprachigen Raum wie in Europa überhaupt abnimmt, treten vielmehr neue Ideen und Konzepte des Adels und des ‚Aristokratischen’ in unterschiedlichen Diskursbereichen auf. Dieser Ausweitung der Semantik des ‚Adeligen’ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widmet sich das Projekt in enger Kooperation von Historikern und Literaturwissenschaftlern.

Das Projekt ist an der Schnittstelle dreier für beide Fächer bedeutsamer Erkenntnisinteressen angesiedelt. Es geht (1) um eine Erweiterung und Neuakzentuierung der Adelsforschung im Bereich des 19./20. Jahrhunderts, (2) um die interdisziplinär getragene, hier an einem wichtigen Exempel durchgeführte Erprobung einer ‚Historischen (und literarischen) Semantik’ und in diesem Zuge (3) um einen Moderne-Begriff, der in einem nicht-normativen Verständnis auch Konzepte einer ‚Anderen Moderne’ oder einer Antimoderne umfasst.

Dabei geht es in einem der beiden Teilprojekte um die in Deutschland nach Nietzsche entstehende und sich vielfach auf ihn beziehende Kulturkritik (Bearbeiter: Jan de Vries, Germanistik) und im anderen um die kulturelle Semantik des Nationalsozialismus (Bearbeiter: Daniel Thiel, Geschichte). In beiden Kontexten spielen Adelssemantiken eine wichtige Rolle. Beide Bereiche hängen zusammen, weil sie sich zwar nicht kausallogisch, wohl aber im Sinne von komplexer Vorgeschichte und Nachgeschichte aufeinander beziehen lassen. Das Projekt geht davon aus, dass die Semantik des Aristokratischen in hohem Grad funktional wird. Das ist von der Forschung so bislang noch nicht postuliert und entsprechend untersucht worden. Anhand eines breiten Textkorpus sollen die semantische Bandbreite, die Anschlussfähigkeit an andere Diskurse und damit die soziale Breitenwirksamkeit der Adelssemantik in der Hochmoderne (verstanden als Zeitraum zwischen etwa 1880/90 und den 1930er/40er Jahren) rekonstruiert werden.

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